Der Duft der Stadt

Artist Statement

In Ihrer Funktion sind Gebäude wie Stauräume. Farben und Strukturen sind es die das urbane Ambiente visuell mitprägen. Das Sideboard „Der Duft der Stadt“ vermittelt in seiner Materialität einen Eindruck Kölns.

Ambient sound

Inspiration

Verwaltungsgebäude 4711

Im Herzen von Köln-Ehrenfeld liegt das ehemalige Verwaltungsgebäude einer Kölner Parfümmarke. Noch heute wird das Duftwasser dieser mit der Bezeichnung „Original Eau de Cologne“ produziert und in die ganze Welt verkauft. Das ehemalige Verwaltungsgebäude wurde zu einem Aparthotel und Studentenwohnheim mit Gewerbenutzung umgebaut.

Koordinaten: 50° 56′44.1″ N, 6° 55′21.6″ O

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    Text & Gedanken von DIRK BÜSKEN

    Der Duft der Stadt

    THESE: In Räumen erkennt der Mensch, was er seinem Wesen nach ist.

    EXKURS: Immerzu gestaltet der Mensch. Warum? Weil er vermag, die Welt, wie er sie vorfindet, in ihrer Beschaffenheit so zu verändern, dass sie ihm dienlich wird: individuell, sozial, funktional, ästhetisch. Die Gestaltung von Räumen ist dabei ein zentrales Element, da Räume einen Bezug zwischen einem Innen und einem Außen eröffnen und darin der psychischen und geistigen Orientierung des Menschen dienen und zentral sein Selbstverständnis prägen. Durch Räume sind wir – wie die uns umgebenden Objekte – in, an, bei, auf, neben, vor oder hinter. Ohne Raumsinn hätte der Mensch im wahrsten Sinne des Wortes keinen Ort auf dieser Welt.

    REKURS: Das Sideboard „Der Duft der Stadt“ staut den Raum, den es umschließt und konturiert sich dabei an dessen Grenzen. Der entstandene Stauraum, der im vorliegenden Fall eher als Idee denn als Faktum zu verstehen ist, bedarf dabei gewisser Insignien, wodurch man ihn mit seinem geistigen Zwilling, das 4711 Gebäude in Köln-Ehrenfeld, identifizieren kann: Farbcharakteristik, Transparenz und Leichtigkeit der Konstruktion, Anbindung an die Dufthistorie der Domstadt, die in der Glockengasse unweit des Doms einen ihrer zentralen Schau- bzw. Geruchsplätze hat.

    Wenn das Sideboard ein kleiner Stauraum ist, dann ist das 4711 Gebäude ein Stauraum im Großformat, ein Speichermedium, für Nachdenkliche auch ein Assoziationsspeicher für die Frage nach dem Kölschen Selbstverständnis: Wie gold, wie frisch, wie strahlend ist diese Stadt? Welchen Duft trägt die Stadt sich allmorgendlich auf, wenn sie erwacht? Ist er abends schon verflüchtigt? Wie viel zehrt die Stadt von Vergangenem, wie viel Zukunft schein in ihr auf? Sollte sie – mit goldenem Glockenspiel – sich feierlich, erhaben zeigen oder vielmehr im Duft des Kerzenschein, zwischen grün und blau sich immer neu erfinden, besinnlich, doch energisch fragen: Wer bin ich eigentlich und wer möchte ich (noch) sein?

    KÖLSCHE THESENVARIANTE: Im Sideboard „Der Duft der Stadt“ erkennt der Kölner, dass seine Stadt immer mehr und anders ist als sie von sich zeigt, wohl wissend…

    …et bliev nix wie et wor!